Aktuelle Information zur Neuen Grippe - H1N1 - "Schweinegrippe"
Stand 13.01.2010 Praxis Dr. Zeier/Dr. Veits, Kinder- und Jugendärzte Wiesloch
Impfempfehlung Stand Januar 2010:
Es
ist weiterhin empfohlen, sich
gegen die neue Grippe H1N1
impfen zu lassen. Die Vorteile überwiegen die Risiken bei weitem.
Die Erkrankung ist nicht generell ungefährlich, auch wenn wir bislang
überwiegend harmlose Verläufe gesehen haben.
Wir
befürchten, dass die nächste Erkrankungswelle, die wir im späten Winter
Jahr erwarten, nicht mehr so harmlose Verläufe
zeigt wie bisher. Es macht
Sinn, sich zuvor impfen zu lassen. Die Impfung ist unproblematisch.
Eltern von Neugeborenen und Säuglingen, die gemäß der Impfstoffzulassung
nicht geimpft werden können, raten wir, sich selbst impfen zu lassen und das
Kind dadurch zu schützen, dass die Kontaktpersonen die Krankheit nicht
übertragen. Stillen ist kein Hindernis für die Impfung.
Für Schwangere ist ein eigener Impfstoff verfügbar. Er
wird ausschließlich an Frauenärzte abgegeben, so dass Schwangere nur dort geimpft werden können.
Ebenso ist es möglich, sich in der Frauenklinik Heidelberg impfen zu lassen.
Impfstoffsituation:
Es ist ausreichend Impfstoff vorhanden. Inzwischen hat aber auch bei uns die Nachfrage stark nachgelassen. Wir impfen deshalb künftig an einem Tag in der Woche.
Impfung: Organisation und Ablauf
Wir führen die Impfung
mit Pandemrix durch. Es muss nur ein Mal geimpft werden. Ein Vollschutz tritt nach 10-12 Tage ein. Falls Ihr
Kind zuvor gegen eine andere Krankheit geimpft wurde, empfehlen wir, einen
Abstand von 14 Tagen einzuhalten.
Die Impfung ist nach unseren
bisherigen Erfahrungen gut verträglich. Keines der bisher von uns geimpften
Kinder (bislang 400) hat außer einer Lokalreaktion am Arm irgendeine schwerere Impfreaktion
gezeigt. Das gesamte Praxispersonal ist ebenso geimpft und seitdem besonders belastbar.
Sie müssen einen Termin für die Impfung
vereinbaren - 06222 54078. Wir müssen parallel zur voll bestellten, normalen Sprechstunde
impfen, d.h. Guten Tag, Piecks, Unterschrift, Tschüß. Wir können dabei keine
Untersuchungen und Beratungen zu anderen Problemen durchführen. Bitte haben Sie
dafür Verständnis.
Mitbringen: Gesundes Kind, zuhause Fieber im Po messen, Impfpass,
Versicherungskarte.
Eltern unserer Patienten können sich
bei uns mitimpfen lassen, wenn Sie einen Termin dafür
ausgemacht haben. Ebenso impfen wir Kinder aus anderen Praxen, vorausgesetzt
dort wird nicht geimpft.
Erkrankungssituation im Raum Wiesloch
Die erste große Welle ist vorbei. Wir haben momentan
kaum noch Neuerkrankungen. Das darf allerdings
nicht als Entwarnung missverstanden werden. Die erste Welle kam sehr früh
und hat vor allem Schulkinder und junge Erwachsene betroffen. Wir gehen davon aus, dass ca. 50 % eines
Jahrganges erkrankt sind oder Kontakt hatten. Je nach Enge des Kontaktes zu anderen
Familienmitglieder haben sich diese angesteckt. Allerdings erkranken aber nicht immer alle
Familienmitglieder. Säuglinge und Kleinkinder, wie auch ältere Menschen, sind
bislang kaum betroffen.
Diese Welle kam für eine Grippe zu ungewöhnlich früher Zeit
(November) und das noch bei milden Temperaturen. Wir gehen deshalb davon aus,
dass es eine weitere Welle geben wird, die in der dann wirklich kalten
Jahreszeit im Januar/Februar nochmals erhebliche Erkrankungszahlen erbringen wird. Wir
teilen die Befürchtung, dass sich das Virus bis dahin verändert haben könnte
und Ungeimpfte dann deutlich schwere Erkrankungen durchmachen werden als bisher.
Bislang verlief die neue Grippe bekanntlich sehr milde.
Epidemiologen gehen davon aus, dass uns H1N1 länger als einen Winter erhalten bleibt. Vieles spricht dafür, dass dieses Virus die bisherigen Grippeviren verdrängen wird. Wenn sich das Virus nicht zu stark ändert, wenn die jetzt Geimpften über Jahre hinweg Schutz haben, wogegen die Nichtgeimpften jeden Winter mit der Erkrankung konfrontiert werden können.
Wichtig im Erkrankungsfall bzw. Verdachtsfall:
Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind an der neuen Grippe erkrankt ist (hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen), melden Sie sich auf jeden Fall zuvor in der Praxis telefonisch an. Bitte benutzen Sie nicht den Haupteingang zur Anmeldung, sondern klingeln Sie am Hintereingang. Wir nehmen Sie dort im Empfang, so dass andere Kinder nicht gefährdet werden.
Viel
Unsinn
zur Impfung bzw. zum Impfstoff kann man auf Internet-Seiten von generellen
Impfgegnern finden. Da wir immer wieder darauf angesprochen werden, nehmen wir
zu den gravierendsten Falschaussagen hier Stellung:
Squalen hat mit Golfkrieg-Syndrom nichts zu tun und ist ungefährlich
Es kursiert ein Spam-Rundmail, in dem das
genannten Gulf-War-Syndrom auf Squalen
in Milzbrand-Impfstoffen bei amerikanischen Soldaten zurückgeführt wird. Das
ist ein Riesenunfug. In der E-Mail werden falsche
Behauptungen aufgestellt, die bereits vor Jahren widerlegt wurden. In
ihrer Kettenbrief-E-Mail behauptet eine Frau Dr. Sacher unter anderem, dass
durch Impfungen "8-9 Millionen Bundesbürger für die nächsten
Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie leiden werden",
und dies auf Grund der Impfung. Es wird fälschlicherweise behauptet, der
Zusatzstoff Squalen wäre als Bestandteil eines Milzbrandimpfstoffes während
des Golfkrieges an US-Soldaten verimpft worden und wäre ursächlich für das
Golfkriegssyndrom verantwortlich.
Richtig ist: Squalen war in diesem Impfstoff überhaupt nicht
enthalten und ist nebenbei ein in der Natur vorkommender harmloser Stoff, vor
dem kein Mensch Angst haben braucht.
Hintergründe: Weltgesundheitsorganisation
(WHO) und fast noch interessanter wer
schreibt so einen Sch..ß?
Impfempfehlung in der Schweiz
Es wird behauptet, in der Schweiz sei der in Deutschland verimpfte Impfstoff Pandemrix für Kinder und Jugendliche verboten. Das ist nicht richtig. Diese anfängliche Empfehlung ist inzwischen revidiert. Laut den Schweizer Gesundheitsbehörden kann der Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix bereits ab dem Alter von 6 Monaten geimpft werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat seine Impfempfehlungen aktualisiert.
Pandemrix ist ausreichend getestet
Der Pandemieimpfstoff (ursprünglich für die Vogelgrippe als H5N1-Impfstoff konzipiert) ist seit Mai 2008 zugelassen. Für Pandemrix wurde lediglich nach dem bekannten Baukastenprinzip H5 gegen H1 ausgetauscht. Der Produktion dieses Impfstoffs liegen 10 Jahre Entwicklungsarbeit zugrunde. Im Rahmen von Zulassungsstudien wurden mehr als 41.000 Probanden geimpft. Inzwischen sind mehr als 7 Mio. Dosen diese Impfstoffes in Deutschland ausgeliefert worden.
Quecksilber
Der Impfstoff enthält als Beistoff geringe Mengen Quecksilber, jedoch nicht in der giftigen elementare Form. Die im Impfstoff vorhandene Verbindung Thiomersal ist für den Körper ungefährlich und wird binnen weniger Tage aus dem Körper komplett ausgeschieden.
Keine Todesfälle durch die Impfung
Es herrscht auch für Todesfälle, die im zeitlichen zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung auftreten Meldepflicht, auch wenn sie nicht ursächlich damit zu tun haben. Alle gemeldeten Fälle werden obduziert und gerichtsmedizinisch untersucht. In der Regel wurden andere Erkrankungen als Todesursache gefunden (z.B. Herzinfarkt). In keinem Fall wurde bislang ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung festgestellt.
Infotelefon zur Schweinegrippe
Für allgemeine Frage zur Erkrankung hat das Gesundheitsamtes Rhein-Neckar ein Info-Telefon eingerichtet. Sie erreichen es unter 06221-5221891 montags bis freitags 9 bis 15 Uhr.
weiterführende Links: